Einsatzstelle: Küste und Strand

Eine Frau, ein Fahrrad und ein Herzensprojekt so groß wie ein Wal: Kea Hinsch, 19 und Bundesfreiwillige beim BUND-Meeresschutzbüro in Bremen, tourte mit dem Fahrrad entlang der Ost- und Nordseeküste, um auf das Thema Meeresmüll aufmerksam zu machen.

Kea Hinsch auf der Tour de Meeresmüll
Kea Hinsch auf der Tour de Meeresmüll

Was hat Dich motiviert, einen BFD zu beginnen?

Nach der Schule wollte ich unbedingt ein eigenes Projekt im Natur- und Umweltschutz umsetzen. Auf die Idee, mit einem Fahrrad entlang der deutschen Küste zu radeln und an verschiedenen Orten auf den massenhaften Verbrauch von Plastik hinzuweisen, bin ich mit einer Freundin am Strand von Rügen gekommen. Die Idee war da und musste nur noch umgesetzt werden. Der BFD erschien mir als gute Möglichkeit, diese Idee zu realisieren.

Warum ein BFD beim BUND Bremen?

Mir war total wichtig mit meinem Projekt etwas Sichtbares zu erreichen, dass weitere (junge) Menschen motiviert aktiv zu werden. Dann fragte ich mich, wer mir bei der Umsetzung helfen kann. Da ich bereits in der achten Klasse beim BUND Bremen mein Schulpraktikum absolviert habe, habe ich einfach mal Kontakt aufgenommen. Natürlich passiert es nicht alle Tage, dass Aktive auf den BUND zukommen und direkt auch eine Projektidee mitbringen. Aber ich bin gut aufgenommen worden und finde es immer noch ziemlich cool, dass sich der BUND Bremen getraut hat, einer fast fremden, 19-Jährigen die Umsetzung dieses Projekts zuzutrauen.

Wie sieht Dein BFD beim BUND Bremen aus?

Eigentlich nicht deutlich anders als der der anderen BFDler*innen in der Einsatzstelle. Wir haben sehr unterschiedliche und vielseitige Aufgaben. Zu meiner Arbeit beim BUND Bremen bin ich auch noch bei der BUNDjugend Bremen aktiv.

Seit Beginn meines BFD bildete und bildet aber natürlich auch das Projekt „Tour de Meeresmüll“ einen Schwerpunkt meiner Tätigkeiten. Es galt, die Route zu planen, Kontakte zu den Gruppen vor Ort herzustellen, Aktionen abzustimmen und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen. Dabei wurde ich von einer Kollegin des BUND Bremen unterstützt. Das Projekt hat mich teilweise schon ganz schon gefordert und vor einige Herausforderungen gestellt, von Anfang an aber auch total glücklich gemacht.

Müll-Aktion am Elbstrand in Hamburg  (Christian Schumacher / BUND)
Müll-Aktion am Elbstrand in Hamburg (Christian Schumacher / BUND)

Worum geht es Dir bei dem Projekt „Tour de Meeresmüll“ und wie lief es ab?

Mit dem Projekt machen wir auf die Vermüllung der Meere aufmerksam. Ich bin dazu mit meinem Fahrrad entlang der Nord- und Ostseeküste gefahren und habe an einigen Standorten zusammen mit den BUND-Gruppen und -Aktiven vor Ort Aktionen durchgeführt um auf das Problem aufmerksam zu machen und Alternativen zum Plastikwahn aufzuzeigen. Die Tour ging vom 02. Juni bis zum 10.07.2018 und führte von Zingst über Rostock, Lübeck, Kiel, Föhr, Hamburg, Stade und Cuxhaven wieder zurück nach Bremen. Für alle die noch mehr Infos zum Projekt haben möchten, gibt es auch einen Blog: https://tourdemeeresmuell.com/

Was hast Du für Erfahrungen auf der Tour de Meeresmüll gemacht?

Ganz wichtig ist es mir, dass ich viele ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt habe, die mir viel Hoffnung mitgegeben haben, dass wir etwas ändern können. Die Erfahrungen mit den Menschen waren einfach toll! Die Hälfte der Nächte habe ich ganz selbstverständlich bei vielen BUND-Aktiven zuhause verbringen dürfen. Die Gastfreundlichkeit dieser Menschen zu spüren, hat mich auch sehr gestärkt.

Insgesamt hoffe ich, dass ich mit der Aktion einen kleinen Schneeballeffekt auslösen konnte und sich nun immer mehr Menschen mit der Thematik Plastikmüll beschäftigen und sich ermutigt fühlen, selbst aktiv zu werden. Die Erlebnisse während und auch Rückmeldungen nach der Tour geben mir Hoffnung. Total witzig ist, dass ich kürzlich in Hamburg und Bremen auf der Straße von einzelnen Menschen wiedererkannt wurde und diese mir sehr positiv begegneten und von ihrer Auseinandersetzung mit ihrem Plastikkonsum berichteten. Das macht wirklich deutlich, dass wir viel bewirken können, wir müssen uns nur darauf einlassen und es einfach machen.

Wie geht es für Dich weiter?

Ich habe noch überhaupt keinen Plan für die Zeit nach dem BFD. Ich möchte ganz viel Reisen und eigene Projekte verwirklichen. Dabei möchte ich mich auch selber fortbilden und Erfahrungen sammeln. Solange ich noch bei der BUNDjugend in Bremen bin, bleibe ich auch aktiv. Danach werde ich da, wo ich später ankomme wieder den Kontakt zu BUNDjugend suchen.

Viel Erfolg für Alles, was da kommt!

Müll-Mahnmal am Elbstrand in Hamburg  (Christian Schumacher / BUND)
Müll-Mahnmal am Elbstrand in Hamburg (Christian Schumacher / BUND)