Im Auf- und Umbuch durch den BFD: Der BUND in Köln

Gabriele Falk arbeitet seit 2010 ehrenamtlich bei der BUND Kreisgruppe in Köln. Anfang 2013 begann sie erfolgreich den Bundesfreiwilligendienst in der Gruppe zu etablieren und beschäftigt nun vier Freiwillige rund ums Jahr. Ihr Erfolgsrezept im Umgang mit den Freiwilligen: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geben und Nehmen.

Foto: Gabriele Falk
Überzeugte Einsatzstellenleiterin Gabriele Falk

Frau Falk, was hat Sie überzeugt Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst zu werden?

Wir sind seit 2014 Einsatzstelle. Wir haben uns für den BFD entschieden, da es sehr viele sinnvolle und attraktive Aufgaben im BUND Köln gibt, die von Freiwilligen übernommen werden können und für die Freiwilligen auch interessante Einsatzbereiche darstellen. So z. B. Biotoppflege, Büroarbeit, Umweltbildungsarbeit u. v. m. Als ehrenamtlich geführte BUND-Gruppe haben wir uns erhofft, eine stetige und verlässliche Unterstützung bei uns vor Ort sicherstellen zu können.

Was bedeutet der BFD für Ihre Einsatzstelle?

Der BFD hat im BUND Köln so manches verändert. Unsere ersten Erfahrungen mit den Freiwilligen haben schnell gezeigt, dass wir noch mehr engagierte Menschen einsetzen wollen, sodass nun bei uns kontinuierlich vier BFDler*innen aktiv sind. Wir haben aber auch gemerkt, dass es sinnvoll ist, jeweils zwei BFDler*innen unter und zwei über 27 Jahren zu beschäftigen. Wir greifen so auf eine möglichst breite Erfahrungs- und Kreativitätsbasis zurück und erleben Menschen unterschiedlicher Altersgruppen mit verschiedenen Erfahrungs- und Arbeitsweisen.

Der BFD sollte aus unserer Sicht grundsätzlich ein Geben und Nehmen sein. Wir profitieren von der Erfahrung und der Dynamik der BFDler*innen, sie profitieren vom enormen Fachwissen und der Vielseitigkeit der Arbeit im BUND Köln.

Gibt es Entwicklungen, die durch den BFD entstanden sind oder beflügelt wurden?

Ganz klar an erster Stelle steht die BUNDjugend Köln, die durch unsere BFDler*innen, unterstützt durch junge Aktive aus unserem Verband, im letzten Jahr gegründet wurde. Diese hat innerhalb kürzester Zeit viele verschiedene Aktionen wie eine Kleidertauschparty oder Pflanzentauschbörse umgesetzt. Ein enormer Gewinn für die Arbeit unserer Gruppe, der den BUND Köln zugleich für junge Menschen attraktiver macht.

Zudem können wir an vielen Stellen eine kontinuierliche Arbeit sicherstellen, da wir unsere BFDler*innen verlässlich einplanen können. Somit haben wir nun z. B. drei feste Bürotage, an denen unsere Freiwilligen aber auch unsere Ehrenamtlichen zusammen kommen. Einzelne Projekte wurden durch den Einsatz der Freiwilligen vorangetrieben, so z. B. das Mauersegler-Projekt. Für diese hat unsere BFDlerin die Flyer entwickelt und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Wir konnten feststellen, dass dies auch andere Ehrenamtliche motiviert hat sich stärker in das Projekt einzubringen. Ihre erworbenen Kompetenzen hat sie an die nächste „BFD-Generation“ weiter gegeben.

Als Tipp für andere Einsatzstellen möchte ich noch anmerken, dass wir sehr gute Erfahrungen mit einem gemeinsam geführten Online-Kalender gemacht haben. So haben alle die Termine im Blick.

Was kann noch besser werden?

Als Einsatzstelle würden wir uns an der einen oder anderen Stelle noch mehr Informationen über den BFD und seine Rahmenbedingungen wünschen. Daher ist es toll, dass es jetzt neben den bisherigen Informationsquellen und Unterstützungsangeboten einen Newsletter gibt, der regelmäßig über interessante Themen aber auch Rechte und Pflichten berichtet. Ein großes Problem sind für unsere Einsatzstelle auch die Fahrtkosten zu den Seminaren. Als Betreuerin von mehreren Freiwilligen stoße ich auch schnell an die Grenze meiner verfügbaren Ressourcen, zumal ich den BFD auch als (Berufs)Orientierungsdienst sehe, bei dem es viel Unterstützungs- und Betreuungsbedarf auch außerhalb der alltäglichen Arbeit bedarf. Hier würde ich mir langfristig mehr Unterstützung wünschen. 

Fördert der BFD aus Ihrer Sicht das Engagement?

Ja, auf jeden Fall. Wobei es schon nach Altersgruppen variieren kann. Bei den unter 27-jährigen stelle ich fest, dass sie im Laufe des BFD ein Bewusstsein für die Themen und Belange des Natur- und Umweltschutzes entwickeln und sich auch zunehmend in unsere Arbeit einbringen. Durch die Auseinandersetzung mit unseren Vorgehensweisen und Aktionen wird auch ihr politisches Bewusstsein gestärkt und sie werden aktiv. Die über 27-jährigen sind eigentlich schon gut informiert, worauf sie sich bei einem BFD beim BUND einlassen und wählen es z. B. weil sie ein entsprechendes Fach studiert haben. Sie erfahren weniger Neues, haben aber die einmalige Möglichkeit, in einer Orientierungsphase neue Kontakte aufzubauen, sich fortzubilden und das Erlernte weiter zu geben.

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