Großer Gewinn für den Umweltschutz

Der Bundesfreiwilligendienst feierte am 1. Juli 2016 seinen fünften Geburtstag. Und die Bereitschaft sich für einen festen Zeitraum zu gesellschaftlichem Engagement zu verpflichten ist in allen Altersgruppen groß. Jährlich engagieren sich 35.000 bis 40.000 Frauen und Männer von 16 bis 99 Jahre im BFD.

Auch und gerade für den Umwelt- und Naturschutz ist der Bundesfreiwilligendienst ein großer Gewinn. Der BUND Bundesverband gehört zur Gründerrunde der Zentralstellen, verantwortlich für Einsatzstellen aus dem eigenen Verband genauso, wie für andere kleine Vereine und Initiativen aus dem Umweltbereich.

Viele BUND Gruppen haben schnell erkannt welches Potential in dem Dienstformat steckt. Neue Menschen bringen neue Ideen mit und ziehen wieder neue Menschen an. So sind in manchen Gegenden Deutschlands durch den Bundesfreiwilligendienst BUND Gruppen wieder zu ganz neuem Leben erwacht. Zum Stichtag des Geburtstages im Juli 2016 waren bereits mehr als 1.250 Bundesfreiwillige für den BUND aktiv gewesen. Das Schöne, viele bleiben nach ihrem BFD bei ihren Einsatzstellen aktiv. Haupt- oder ehrenamtlich, so wie unsere ehemaligen Bundesfreiwilligen Irmgard-Maria Scholübbers, Sylvie Krause und Uwe Bahr berichten.

Nach dem Abitur - Herausgefunden wo die eigenen Stärken liegen

Ich hatte mich ursprünglich auf die FöJ-Stelle beworben, die ich über die Alfred Töpfer Akademie gefunden hatte. Leider war die Stelle bereits besetzt und die BUND Mitarbeiter informierten mich über den neu eingerichteten Bundesfreiwilligendienst.

Nach dem Abitur wusste ich überhaupt nicht was mir liegt, wo meine Stärken liegen Eigentlich wollte ich gerne einfach mal mehr handwerkliche, praktische Erfahrungen machen. Dazu mich aktiv für den Umweltschutz einsetzen und mehr über den Naturschutz erfahren. Von meiner ursprünglichen Idee ein FöJ zu machen, bin ich dann über einen BUND Mitarbeiter beim Bundesfreiwilligendienst gelandet. Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Ich durfte Exkursionen mit Schulklassen leiten und Ferienprojekte mitorganisieren. Ich habe auch viel aus den Seminaren gelernt, von denen ich erst befürchtet hatte, dass sie eher langweilig sein könnten. Doch sie waren aktiv gestaltet und abwechslungsreich.

Durch das Bundesfreiwilligendienstjahr ist mir klar geworden, dass ich auf jeden Fall einen praktischen Beruf finden muss und ich kein Büromensch sein möchte. So bin ich schlussendlich zur Ausbildung als Landschaftsgärtner gekommen.

Ich habe immer noch engen Kontakt zu meinen damaligen Kollegen/innen, die mich auch bei meiner Berufswahl unterstützt haben.

Ich versuche immer zu mindestens einem der angebotenen Freiwilligendienste im Winter zu kommen und besuche die Einsatzstelle immer, wenn ich in meiner Heimat aufhalte.

Ich habe durchweg positive Erfahrungen mit dem Bundesfreiwilligendienst gemacht, sowohl in beruflicher wie in privater Hinsicht - auf den Seminaren lernte ich meinen jetzigen Mann kennen :)

Irmgard-Maria Scholübbers (*1992) machte nach dem Abitur bei der BUND Diepholzer Moorniederung 2011 ihren BFD

Gut vorbereitet fürs Berufsleben - BFD beim BUND in Neubrandenburg

Seit 2007 bin ich schon aktives BUND Mitglied. Durch ein Praxissemester während meines Studiums lernte ich die Geschäftsstellenleiterin in Neubrandenburg Annett Beitz kennen. So war ich die erste Bundesfreiwillige beim BUND in Mecklenburg-Vorpommern. Ich hatte keine großen Erwartungen an den BFD. Ich wollte gern im BUND-Büro arbeiten und Neues dazu lernen. Diese Erwartungen wurden erfüllt.

Ich habe während des BFDs eine Jugendleiterschulung gemacht und meine Jugendleitercard bekommen. Diese Erfahrungen, die ich bei der Schulung gelernt habe, kann ich heute bei Seminaren und Freizeiten der BUNDjugend einsetzen. Des Weiteren habe ich in der Zeit meines BFDs gelernt wie ich Seminare, Freizeit und andere Veranstaltungen vorbereite, organisiere und durchführe.

Nach meinem BFD wurde ich als Mitarbeiterin für Umweltbildung im Projekt „Rendezvous mit wilden Tieren“ eingestellt und in nachfolgenden Projekten weiter beschäftigt. Zur Zeit arbeite ich im Projekt „KlimaKinder – schützen die Natur“.

Der BFD war für mich nach meinem Studium (Landschaftsarchitektur und Umweltplanung) ein erneuter Eintritt ins Berufsleben und hat mich auf die kommenden Projekte gut vorbereitet. Hier im BUND-Büro wurde und werde ich gut unterstützt und wir arbeiten im Team zusammen. Die Aufgaben waren und sind sehr abwechslungsreich und man lernt immer neu dazu. 

Sylvie Krause (*1979) war eine der ersten Bundesfreiwilligen beim BUND. Von September 2011 bis Februar 2013 war sie beim BUND Neubrandenburg als BFDlerin im Einsatz

Berufserfahrung mitgebracht - Baumschutz beim BUND Landesverband in Berlin

Bestärkt durch zwei Freunde, die auch einen Bundesfreiwilligendienst ableisteten, entschloss ich mich Ende 2014 als ehemaliger Landschaftsgärtner meine Fähigkeiten in wechselnden Arbeitsfeldern rund um Bäume und Stadtgrün beim BUND Berlin einzusetzen.

An den Weiterbildungsangeboten des BUND habe ich besonders gerne teilgenommen. So erfuhr ich in Neustadt/Holstein sehr viel über die erdgeschichtliche Entstehung der Ostsee und wurde zudem mit Kommunikationsmodellen vertraut gemacht. In Dornumersiel lernte ich die Vegetation in den Salzwiesen am Rande des Wattenmeeres kennen, Pflanzen, die nur hier vorkommen. In Baltrum erarbeiteten wir mit anderen TeilnehmerInnen ein gemeinsames Konzept für eine Führung durch die Salzwiese, welches wir im Plenum vorstellten. Im Oktober beobachteten wir mit Ferngläsern den Vogelzug und die Limikolen am Rande des Watts und machten eine Fahrradtour durch die Topografie des Deichhinterlandes entlang von Kanälen in das beschauliche Städtchen Esens.

Zum BUND Seminarort in der Schlaubemühle bin ich gleich zwei Mal gereist, habe Argumentationstechniken kennengelernt und praktische Umweltpädagogik im Wald, und als bei weitem ältester Teilnehmer jedes Mal sehr gute Gespräche mit sehr jungen Menschen geführt. Ich wünschte mir im Alltag der Großstadt so gute Umgangsformen miteinander, wie ich es durchgängig bei den Seminaren erleben durfte. Sehr gut war für mich die Verlängerung auf 18 Monate BFD-Zeit. So konnte ich mich im Arbeitsalltag in der Theorie weiterbilden und in der Praxis angemessene Aufgaben rund um den Baumschutz übernehmen.

Ich bin sehr froh weiterhin ehrenamtlich in der Landesgeschäftsstelle beschäftigt zu sein. Wehmut beschleicht mich immer dann, wenn ich an die spannenden Erfahrungen bei den Weiterbildungsseminaren zurückdenke und an die ausgesucht schönen Orte, wo sie stattfanden, hiervon hätte ich gut noch mehr vertragen.

Uwe Bahr (*1957) war von November 2014 bis Mai 2016 Bundesfreiwilliger beim BUND Berlin




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